Wie wird eine Gefährdungsbeurteilung durchgeführt?
Praxisnahe Vorgehensweise bei Gefährdungsbeurteilungen für Unternehmen im Raum Niederrhein und NRW.
Solide Ist-Analyse im Unternehmen
Eine professionelle Gefährdungsbeurteilung beginnt mit einer strukturierten Ist-Analyse im Unternehmen.
Dabei werden Arbeitsbereiche, Tätigkeiten, Arbeitsmittel und betriebliche Abläufe betrachtet.
Im ersten Schritt erfolgt eine solide Ist-Analyse im Unternehmen. Dazu gehören Vorgespräche mit Unternehmern, Führungskräften und verantwortlichen Personen. Zusätzlich werden Betriebsbegehungen durchgeführt, um reale Arbeitsbedingungen, Tätigkeiten, Maschinen, Arbeitsmittel und organisatorische Abläufe besser zu verstehen.
Die praktische Betrachtung vor Ort ist besonders wichtig, da Gefährdungen häufig erst im laufenden Arbeitsprozess sichtbar werden. Eine professionelle Gefährdungsbeurteilung orientiert sich deshalb immer an den tatsächlichen Bedingungen im Unternehmen.
Die 7 Handlungsschritte der Gefährdungsbeurteilung
Die Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung erfolgt in mehreren Handlungsschritten. Zunächst werden Arbeitsbereiche und Tätigkeiten festgelegt. Anschließend werden mögliche Gefährdungen ermittelt und Risiken beurteilt. Danach werden geeignete Schutzmaßnahmen definiert und umgesetzt. Abschließend erfolgt die Wirksamkeitskontrolle sowie die fortlaufende Aktualisierung der Gefährdungsbeurteilung.
Die einzelnen Handlungsschritte umfassen die Festlegung von Arbeitsbereichen und Tätigkeiten, die Ermittlung möglicher Gefährdungen, die Bewertung von Risiken, die Festlegung geeigneter Schutzmaßnahmen, die Umsetzung der Maßnahmen sowie die anschließende Wirksamkeitskontrolle und Fortführung der Gefährdungsbeurteilung.
Gefährdungen ermitteln
Tätigkeitsbezogene oder arbeitsplatzbezogene Gefährdungsbeurteilung?
Bei einer tätigkeitsbezogenen Gefährdungsbeurteilung stehen konkrete Tätigkeiten im Fokus.
Bei einer arbeitsplatzbezogenen Gefährdungsbeurteilung wird dagegen der gesamte Arbeitsplatz betrachtet.
In der Praxis werden häufig beide Betrachtungsweisen kombiniert.
Tätigkeiten und Gefährdungsfaktoren festlegen
Nach der Ist-Analyse werden Tätigkeiten und Arbeitsbereiche definiert.
Anschließend erfolgt die Betrachtung möglicher Gefährdungsfaktoren.
Weitere Informationen zu Gefährdungsfaktoren finden Sie hier:
Was sind Gefährdungsfaktoren?
Zu den typischen Gefährdungsfaktoren gehören mechanische, elektrische, chemische, physikalische sowie psychische Belastungen. Je nach Tätigkeit und Branche müssen unterschiedliche Gefährdungen betrachtet werden.
Zu den typischen Gefährdungsfaktoren gehören mechanische Gefährdungen durch Maschinen oder Werkzeuge, chemische Gefährdungen durch Gefahrstoffe oder Dämpfe, physikalische Gefährdungen wie Lärm, Hitze oder elektrische Einwirkungen sowie biologische und psychische Belastungen.
Je nach Tätigkeit, Branche und Arbeitsumgebung müssen unterschiedliche Gefährdungsfaktoren betrachtet und bewertet werden.
Risikobeurteilung als Matrix
Weitere Informationen zur Risikobeurteilung:
Risikobeurteilung & Risikomatrix
Risikobeurteilung
Im Rahmen der Risikobeurteilung werden Eintrittswahrscheinlichkeit und mögliche Auswirkungen einer Gefährdung bewertet. Dadurch kann besser eingeschätzt werden, welche Risiken im Unternehmen priorisiert behandelt werden müssen.
Typische Bewertungsgrundlagen sind:
- Eintrittswahrscheinlichkeit einer Gefährdung
- Schwere möglicher Verletzungen oder Gesundheitsschäden
- Häufigkeit der Tätigkeit
- Anzahl betroffener Beschäftigter
Weitere Informationen zur Risikobeurteilung und Risikomatrix finden Sie hier:
Risikobeurteilung & Risikomatrix
Gefährdungen dokumentieren und Schutzmaßnahmen festlegen
Nach der Risikobeurteilung werden Gefährdungen dokumentiert und geeignete Schutzmaßnahmen festgelegt.
Dabei orientiert sich die Gefährdungsbeurteilung an der Schutzmaßnahmenhierarchie.
STOP-Methode
Bei der Festlegung von Schutzmaßnahmen wird die sogenannte STOP-Methode angewendet. Dabei werden Maßnahmen nach ihrer Wirksamkeit priorisiert.
Die Schutzmaßnahmenhierarchie orientiert sich an der sogenannten STOP-Methode. Ziel ist es, Gefährdungen möglichst frühzeitig zu vermeiden oder technisch zu minimieren.
Zunächst sollte geprüft werden, ob Gefährdungen durch Substitution vermieden werden können. Danach folgen technische Schutzmaßnahmen wie Schutzvorrichtungen oder Absaugungen. Organisatorische Maßnahmen betreffen beispielsweise Arbeitsanweisungen oder Zutrittsregelungen. Persönliche Schutzmaßnahmen wie persönliche Schutzausrüstung bilden die letzte Stufe der Schutzmaßnahmenhierarchie.
z. B. Schutzvorrichtungen oder Absaugungen.
z. B. Arbeitsanweisungen oder Zutrittsregelungen.
z. B. Persönliche Schutzausrüstung.
Warum ist die Wirksamkeitskontrolle wichtig?
Die Wirksamkeitskontrolle überprüft, ob die festgelegten Maßnahmen tatsächlich wirksam sind.
Arbeitsbedingungen verändern sich kontinuierlich. Deshalb muss die Gefährdungsbeurteilung regelmäßig überprüft und fortgeführt werden.
Gefährdungsbeurteilungen sind fortlaufende Prozesse
Eine Gefährdungsbeurteilung ist kein einmaliges Dokument. Sie muss regelmäßig aktualisiert und an betriebliche Veränderungen angepasst werden.
Weitere Informationen & Quellen
- BAuA – Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
- DGUV – Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung
- GDA – Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie
- BG ETEM
- BG BAU
- VBG
- BGHW
- BGW
Interne Verlinkungen
Unterstützung bei Gefährdungsbeurteilungen
KUHP Arbeitssicherheit unterstützt Unternehmen im Raum Niederrhein und NRW bei Gefährdungsbeurteilungen, Risikobeurteilungen und Arbeitsschutzmaßnahmen.
Sie benötigen Unterstützung bei der Erstellung oder Aktualisierung Ihrer Gefährdungsbeurteilung?